Zum Lachen in den Park statt in den Keller! Auf geht’s zum Lach-Training.
Projekt „Jeden Monat etwas Neues“

Ein Lach-Training? Zum Lach-Yoga? Sogar ein Lach-Club? Das ist ja lächerlich. Oder etwa nicht? Muss ich da etwa auf Kommando lachen? Geht das überhaupt? Wer hat denn so eine verrückte Idee und wer geht da überhaupt hin? Diese und ähnliche Fragen stellte ich mir und wollte im Rahmen meines Projektes „Jeden Monat etwas Neues“ Antworten finden. Verrückt genug war es und zusätzlich dazu versprach es einen lustigen Vormittag. Also ging es zum Lachen in den Park statt in den Keller. Das Training, das ich raussuchte, fand im Münchner Westpark statt. Wie die Antworten auf meine Fragen aussehen und ob es wirklich so lustig war, liest Du hier…

Neue Erfahrungen machen, über meinen eigenen Schatten springen und einfach mal etwas tun, was ich noch nie getan habe – dies alles bildet den Kern meines Projektes „Jeden Monat etwas Neues“. Als wir in einem Kommunikationstraining von der positiven Wirkung des Lachens und Lächelns sprachen und darauf kamen, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sich sogar in Lach-Kursen manifestieren, zückte ich meinen Stift. Das war’s! Einmal Lach-Yoga oder etwas ähnliches ausprobieren. „Hast Du doch gar nicht nötig!“, sagte eine Freundin, als ich davon berichtete. Mir war egal ob nötig oder nicht, wir können schließlich nie zu viel lachen und zu glücklich sein, richtig?

Lachen ist gesund!

Also recherchierte ich und kam recht schnell auf den Lachclub München 05 und ein Lach-Training im Münchner Westpark. In diesem Park war ich noch nie, bei so einem Training auch nicht. Perfekt! Auf der Homepage gab es viel über das Lachen und dessen Wirkung zu lesen. In der Gelotologie, der Wissenschaft der Auswirkung des Lachens, wird nämlich seid vielen Jahren auf der ganzen Welt geforscht.  Lachen hat schließlich sehr viele positive Auswirkungen auf Körper und Geist und hilft beispielsweise dabei, die Muskeln zu entspannen, Stress abzubauen, das Immunsystem zu stärken, Depressionen zu vermeiden und sogar die Verdauung anzuregen.

Weitere interessante Ergebnisse und Hintergrundwissen findest Du auch hier.

Selten ist es schöner, sich anstecken zu lassen.

Bei bestem Wetter und in Laufklamotten stand ich also pünktlich zur kostenfreien Lach-Training-Stunde mitten im Park. Meine Laufschuhe gaben mir das Gefühl, zur Not gleich auf die geplante Strecke gehen zu können. Doch Flucht war gar nicht nötig! Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich ungefähr 35 Menschen auf dem großen freien Platz mitten auf der Wiese, mitten in der Sonne. Manche Teilnehmer schnatterten, manche waren offensichtlich genauso ahnungslos wie ich und manche begrüßten sich herzlich, weil sie sich bereits seit vielen Jahren kannten. Wir „Neuen“ wurden herzlich aufgenommen und in der Mitte des großen Kreises begrüßt. Die erste Hemmschwelle war damit sofort überwunden, schließlich stand man nun ganz offensichtlich hier, also konnte man auch mitmachen. Dass Cornelia Leisch, unsere Lachtrainerin, liebevoll darauf hinwies, dass  jeder eingeladen, aber völlig ungezwungen sei, wir auf unsere und die Grenzen der Anderen achten werden, gab ein sehr gutes Gefühl.

Und dann ging es los. Erst mit einer freundlichen, lächelnden Begrüßung, doch schon kurze Zeit später schallte unser Lachen über die Wiese. Und ja, ich kam mir anfangs ganz schön blöd dabei vor. Zu aktiv war noch das Hirn, zu defensiv die Intuition. So lachte ich zu Beginn vorwiegend über mich selbst und über das, was ich hier gerade tat. Das Schöne war jedoch, dass es völlig egal war, warum und worüber wir lachten, denn die positive Wirkung stellte sich recht schnell ein. Ich bekam mein Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht und konnte förmlich spüren, wie meine Glückshormone in Wallung kamen. Die Bedenken über die Meinung anderer Parkbesucher lachte ich einfach weg. War mir doch egal, was sie dachten. Wir waren schließlich glücklich und störten niemanden. Und spätestens als eine junge Frau gemeinsam mit einer älteren Dame im Rollstuhl minutenlang lächelnd unser Treiben beobachteten und sich von unserer Fröhlichkeit anstecken ließen, war klar, dass die positive Energie viel stärker nach außen strahlte als ich anfänglich dachte. Die Scheu legte sich, der Spaß nahm deutlich zu. Spätestens bei der Partnerübung mit Justin, gab es für mich kein Halten mehr. Er hatte eine so unglaublich ansteckende Lache, die seinen ganzen Körper zum Beben brachte, so dass mir gar nichts anderes übrig blieb, als schallend mit ihm zu lachen.

Miteinander ist übrigens ein ganz wichtiges Sprichwort. In der Gruppe von so vielen unterschiedlichen Menschen hatte ich stets das Gefühl, dass wir miteinander lachen. Niemand machte sich über den Anderen lustig, wir ließen uns vielmehr von unserem Gegenüber regelrecht anstecken. So unterschiedlich wie die Menschen waren, so verschiedenen klangen auch ihre Lachen. Ein unglaublich bereicherndes Gefühl.

„Lachen ist das schönste Geschenk, das wir anderen Menschen geben können!“

Als ich Cornelia am Rande der Stunde fragte, warum sie diese Kurse gibt, hatte sie eine ganz klare Antwort für mich: Weil Lachen das schönste Geschenk ist, das ich anderen Menschen geben kann. Sie selbst habe in einer Lebenskrise mit den Lachkursen bei einer Trainerin begonnen und daraus unglaublich viel Lebensmut und Freude geschöpft. Diese gibt sie nun wieder zurück. Für die Kurse im Park bekommt sie kein Geld, dafür aber etwas Unbezahlbares: das Lachen und die Freude der anderen Menschen sowie die Geschichten, die sie ihr erzählen. Geschichten über die Veränderungen, die sich einstellen, seitdem sie gemeinsam Lachen. Die positiven Effekte, die das Lachen auf das Leben haben kann.

Lachen gegen Einsamkeit – Oma lacht wieder

Cornelia engagiert sich vielleicht auch deshalb neben den Lachkursen in einem ganz besonderen Projekt:  Oma lacht wieder.

Gerade ältere Menschen scheinen das Lachen regelrecht zu verlernen, zu oft drehen sich Gedanken und Gespräche über Krankheit, Tot und andere Sorgen. Um dagegen anzugehen, geht die fröhliche Lachtrainerin zu verschiedenen Senioren-Treffpunkten und bietet dort ihre Lachstunden an. Damit hilft sie, Depressionen und Vereinsamung präventiv abzuwenden. Welch‘ wundervolle Idee, die jeder einzelne von uns zu jeder Zeit selbst pro aktiv im eigenen Umfeld anwenden und umsetzen kann!

Aber auch für die Kleinsten hat Cornelia gesorgt: Lachyoga mit Kindern: Spiele und Übungen zum Kichern und Kugeln*

Lachen ist ganz klar etwas, das wir viel häufiger tun sollten! Egal ob mit unseren Kindern, Freunden, Großeltern oder Kolleginnen.

Lach‘ mal wieder – Tipp: 

Neue Idee fallen bei mir ja oft auf einen fruchtbaren Boden und als ich vom Spiel „Klartext“ hörte, grinste ich bereits über beide Ohren und war neugierig. Offenbar ging es nicht nur mir damit so. Allein das Video vom Auftritt von Mila Kunis und Kate McKinnon in „The Ellen Show“ bei Ellen DeGeneres bringt mich immer wieder zum Lachen. Warum? Sieh gerne selbst, es lohnt sich:

The Ellen Show – Lach Alarm mit Mila Kunis & Kate McKinnon

Das dort gezeigte Spiel habe ich zu Weihnachten für meine Familie und Freunde besorgt, um die manchmal etwas fade Zeit etwas aufzulockern. Und was soll ich sagen?! Wir haben Tränen gelacht. Egal ob als Spieler oder Ratender, vor lauter Lachen haben wir kaum die Sätze zustande bekommen. Das Wundervolle war, dass dies auch gar nicht wichtig war. Es ging nie um’s Gewinnen oder Verlieren, sondern immer um das gemeinsame Lachen. Die Stimmung war auf jeden Fall auch anschließend grandios.

 Hasbro Spiele C2018398 – Klartext, Partyspiel*

 

Fazit „Jeden Monat was Neues“ März 2018:

Es war toll und ich habe sehr viel gelacht! Ich sollte viel häufiger lachen bis mir der Bauch weh tut und das Herz so unglaublich leicht wird. Und zwar nicht alleine, sondern gemeinsam. Es hat sich absolut gelohnt!

Egal ob Partyspiel oder Witzbuch, ob Comedy Auftritte oder Lieblingskomödie – was immer Dich zum Lachen bringt: nutze es so oft wie Du kannst! Und am schönsten ist es, gemeinsam zu lachen. Dies besonders dann, wenn uns manchmal gar nicht zum Lachen zumute ist. Doch Humor hilft, auch Krisenzeiten zu überstehen und Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen. Lachen ist nicht nur gesund – Lachen macht glücklich! Wahrlich eines des schönsten Geschenke!

Ein Lach-Training? Zum Lach-Yoga? Sogar ein Lach-Club? Das ist ja lächerlich. Oder etwa nicht? Muss ich da etwa auf Kommando lachen? Geht das überhaupt? 

Das waren zu Beginn meine Fragen, auf die ich Antworten gesucht und viel mehr als diese gefunden habe. Ja, es gibt Lach-Training und Lach-Yoga, sogar einen Münchner Lach-Club und gewiss auch einen in Deiner Stadt. Und nein, gemeinsam zu lachen, Spaß zu haben und Freude zu teilen ist alles andere als lächerlich. Es macht glücklich! Müssen tust Du auch beim Lach-Training nichts, Du orientierst Dich an Deinen ganz persönlichen Grenzen. Aber aktives Mitmachen ist definitiv erwünscht. Und ja, wir können auf Kommando lachen. Fühlt sich zu Beginn etwas eigenartig an, wird aber schnell zu einem wohligen Gefühl, während sich das Lachen verselbständigt und gar kein Kommando mehr benötigt. Manchmal brauchen wir eben einen kleinen Schups, sei es zum Lachen oder zum Glücklich Sein. Ich habe diesen Schups sehr genossen und komme gewiss wieder.

Was bringt Dich zum Lachen? Schreibe einfach einen Kommentar, ich freue mich darauf!

Herzlichst
Ramona