Was klingt wie ein neues Jugendwort, ist ein Phänomen welches immer mehr Menschen befällt. FOMO steht für Fear of missing out, was übersetzt soviel bedeutet wie „die Angst, etwas zu verpassen“.

In Zeiten von Instagram, Facebook und Co. suggerieren uns die sozialen Medien, dass unsere Freunde (und auch all jene, die wir eigentlich gar nicht kennen) ein viel bunteres, spannenderes, glücklicheres und aufregendes Leben führen als wir es tun. Bis eben fühlten wir uns wohl auf unserer Couch. Hatten einen leckeren Kaffee in der Hand und konnten die Ruhe genießen. Nebenbei ein bisschen auf dem Handy scrollen und mal sehen, was so los ist. Und da ist sie plötzlich. FOMO. Sollten wir nicht auch lieber Joggen gehen, statt auf dem Sofa sitzen? Lieber einen bunten Cocktail in der Hand halten und mit Freunden unterwegs sein, statt alleine am lauwarmen Kaffee zu nippen? Die Zeit nutzen?

Wie FOMO entsteht

Der Vergleich mit anderen Menschen stärkt unsere Angst, etwas zu verpassen. Wenn wir das Gefühl haben, nicht mithalten zu können, wichtige Ereignisse nicht mitzuerleben und wir uns dadurch sogar ausgeschlossen fühlen, steigt die Angst. In einer Gesellschaft, in der das „Höher, Weiter, Besser“ noch immer einen sehr großen Stellenwert einnimmt, führt das Verpassen zum Ausschluss. Dabei sind Zugehörigkeit und Anerkennung zwei unserer Grundbedürfnisse, was FOMO noch einmal verstärkt.

Auch das Nachgrübeln über die Vergangenheit trägt dazu bei. Die klassischen „Hätte“-Denkschleifen verstärken das schlechte Gefühl. Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich damals die Chance genutzt hätte? Hätte ich nicht doch lieben eine Ausbildung machen sollen statt zu studieren? Was habe ich verpasst, nur weil ich mich dagegen entschieden habe oder mich vielleicht sogar überhaupt nicht entschieden habe?

Diese ständige Angst etwas zu verpassen, hält uns ab endlich anzukommen und glücklich zu sein.

Dabei geht es auch anders. Wer lernt, FOMO in den Griff zu bekommen, gleitet meist irgendwann ganz sanft in Richtung JOMO. JOMO heißt übersetzt „Joy of missing out“, sprich die Freude darüber, ruhig mal etwas zu verpassen.

Mit diesen Tipps von FOMO zu JOMO:

  • Höre auf der Vergangenheit nachzutrauern. Du kannst sie nicht mehr ändern, aber sie respektieren und aus ihr lernen.
  • Übe Dich in Dankbarkeit. Je tiefer Du Dankbarkeit für Dein Leben und alles, was darin ist, empfindest, um so gestärkter bist Du gegen FOMO.
  • Stell das Handy häufiger auf Flugmodus oder lass es doch gleich mal daheim. Verteufle es nicht, aber werde dir über deinen Umgang damit bewusst. Ein Blick auf die Bildschirmzeit, die bei vielen Handys mittlerweile angezeigt wird, hinterlässt manch‘ heilsamen Schock.
  • Laufe nicht jedem Trend hinterher, sondern achte darauf, was du willst und dir persönlich gut tut.
  • Sag‘ hin und wieder schlichtweg: Nein.

Natürlich gibt es noch viele weitere Wege, Tipps und Tricks. Schreib doch einfach in die Kommentare, welche Taktiken Du selbst nutzt. Ich bin gespannt!

Herzlichst Deine
Ramona

P.S.: Und auch hier folgt selbstverständlich noch ein Buchtipp. Der Spiegelbestseller: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst*