Fasching ist vorbei, die Fastenzeit hat begonnen. Bis Ostern nehmen viele Menschen die 40-tätige Fastenzeit zum Anlass, auf Diverses zu verzichten und sich, dem Körper oder dem Umfeld etwas Gutes zu tun. Bei mir steht eine Verhaltensweise auf der Verzichtsliste und bei Dir?

Jedes Jahr ist die Fastenzeit für mich ein Zeitraum, in dem ich einiges überdenke. Auch wenn ich diese Phase vor Ostern nicht aus religiöser Sicht betrachte, so empfinde ich sie als Chance, mich auf Wesentliches zu besinnen und Unnötiges loszulassen. Zumindest für eine gewisse Zeit.

Im letzten Jahr habe ich im Laufe der Fastenzeit auf verschiedene Dinge / Verhaltensweisen verzichtet. Dazu zählten: Jammern, Lügen, To Do Listen, Müll, Handy, Erwartungen, Konsum, Fernsehen & Co., Zeitfresser und Aufschieben. Mich bewusst dafür beziehungsweise dagegen zu entscheiden, hat mir viele glückliche Momente und Erkenntnisse beschert. Am Ende des Beitrages findest Du alle Links zu den Fasten-Quickies. Probiere es doch einfach selbst mal aus und lass Dich inspirieren.

In diesem Jahr verzichte ich wie ein Großteil der Menschen auf Süßigkeiten, schwöre meiner geliebten Cola light ab und versuche mich bewusst gesund zu ernähren. Viel wichtiger sind mir jedoch zwei ganz andere Aspekte:

Hilfe dankend annehmen

Der Verzicht auf einschränkende Verhaltensweisen kann ebenfalls Teil des Fastens sein. Hierzu gehört bei mir, alles alleine bewältigen zu müssen. Schon immer konnte ich mich sehr gut auf mich selbst verlassen und habe mit Ehrgeiz und Fleiß die gesteckten Ziele erreicht. Meist alleine. Wenn ich Träume hatte, habe ich sie verwirklicht. Schließlich bin ich selbst für mein Leben und meine Wünsche verantwortlich und damit auch für deren Erfüllung. Egal ob die Wochen alleine in Australien, der Marathon im letzten Jahr oder so viele kleine Dinge im Alltag. Ich schaffe das selbst. Es ist nicht so, dass mir keine Hilfe angeboten werden würde und dass ich nicht ein ganz wundervolles Umfeld hätte, welches mir zu jeder Zeit hilfreich zur Seite stehen würde. Ich bin es mittlerweile nur schon so sehr gewohnt, vieles ohne Unterstützung zu erledigen, dass ich die angebotene Hilfe oft dankend ablehne. Glaubenssätze wie „Ich bin ein großes Mädchen, das kann ich schon selbst“ oder „Danke, ich bin eine selbständige Frau, das geht schon“ spielen hier gewiss eine große Rolle.

Hilfe ist ein Geschenk, kein Zeichen von Schwäche!

Hilfe anzunehmen setzte ich oft gleich mit dem Gefühl von Schwäche. Ich bin stark, selbständig, ich kann das schon alleine. Dabei wäre es oft viel sinnvoller, die Hilfe anzunehmen! Denn es macht nicht nur Dein Leben leichter. Auch derjenige, der Dir helfen möchte, wird glücklicher sein. Hilfe ist häufig wie ein Geschenk, das beide Seiten verbindet. Wir kennen selbst Situationen, in denen wir geliebten Menschen etwas geben und uns dabei fast noch glücklicher fühlen als unser Gegenüber es tut. Was aber, wenn unser Hilfsangebot, unser Geschenk abgelehnt wird? Und das immer wieder? Irgendwann hören wir auf, Hilfe anzubieten. Der Andere nimmt sie ja eh nie an, sagen wir uns.

Ich werde diesen Teufelskreis durchbrechen und in den nächsten Wochen bewusst angebotene Hilfe dankbar annehmen. Mir deutlich machen, dass mein Leben dadurch bereichert wird. Aufzeigen, dass es kein Zeichen von Schwäche ist. Mich darüber freuen, wenn mir bewusst wird, aus welchen Richtungen Hilfe kommt und wie schön ist sein kann, diese Verbindung zu spüren. Selbstverständlich biete ich selbst weiterhin Hilfe an und werde mein Gegenüber ermutigen, diese ebenfalls anzunehmen.

Ich sprach zu Beginn von zwei Aspekten. Die 2. Verhaltensweise auf die ich in der Fastenzeit verzichten möchte, ist Ungeduld. Was es damit auf sich hat und ob es geklappt hat, geduldiger zu sein, werde ich berichten.

Das klassische Fasten

Wer sich in der Fastenzeit lieber auf den Verzicht und die innere Reinigung im Sinne der Ernährung konzentrieren möchte, kann hier nachlesen, wie es mir in meiner ersten Fastenkur nach F. X. Mayr erging.

Fasten-Quickies

Und hier nochmal alle Fasten-Quickies im Überblick zum Nachlesen (und zum Ausprobieren, egal zu welcher Zeit):

Fasten-Quickie 1: Hör auf zu jammern
Fasten-Quickie 2: Kannst Du weniger lügen?
Fasten-Quickie 3: Zum Glück ohne Plan
Fasten-Quickie 4: 15 Ideen, um Abfall zu vermeidenh
Fasten-Quickie 5: Leg das Handy aus der Hand
Fasten-Quickie 6: Glück = Realität – Erwartungen
Fasten-Quickie 7: Vom Käufer zum Verbraucher
Fasten-Quickie 8: Fernsehen, You-Tube und Co.
Fasten-Quickie 9: Schluss mit Zeitfressern
Fasten-Quickie 10: 5 Tipps gegen Aufschieberitis

Ich wünsche Dir nun eine angenehme Fastenzeit, die Dich bereichert durch Deinen Verzicht.

Herzlichst
Deine Ramona