Fasten-Quickie Nr. 6: Glück = Realität minus Erwartungen

Gibt es tatsächlich eine Formel, die das Glück und unsere Erwartungen in Relation setzen? Scheinbar schon, denn eigentlich ist das Ergebnis dieser Rechnung ganz einfach: Wenn unsere Erwartungen geringer sind als unsere Wirklichkeit, sind wir glücklich. Sprich: wenn das, was passiert, besser ist als erwartet, empfinden wir Glück. Je weniger wir also erwarten, um so geringer sind unsere Enttäuschungen und um so höher unser Glücksempfinden.

„Ich erwarte lieber nichts, dann werde ich auch nicht enttäuscht!“ Diese Aussage höre ich besonders im Arbeitsumfeld häufiger. Ich selbst war immer völlig anderer Meinung. Lieber hatte ich zum Beispiel im Hinblick auf ein Projekt, ein vor uns liegendes Ereignis oder ähnliches stets positive Erwartungen. So war ich die Zeit im Vorfeld viel besser gelaunt und grundsätzlich positiv eingestellt. Sollte ich enttäuscht werden, würde dies eh noch früh genug passieren und bis dahin konnte ich schließlich alles Weitere auch in einem guten Licht sehen. Der Haken ist nämlich, dass die meisten Menschen eben nicht erwartungsfrei sind, die eine solche Aussage tätigen. Sie erwarten nämlich vielmehr, dass etwas nicht funktionieren wird, es anders kommt, als sie es sich wünschen. Werden sie in ihren negativen Erwartungen bestätigt, sagen sie „Siehst Du, erwarte lieber nichts!“ und meinen damit „Siehst Du, erwarte lieber nichts Positives“. Also nichts von wegen keine Erwartungen.

Wer es jedoch schafft, die Erwartungen an sich, die anderen Menschen und das Leben tatsächlich zu minimieren, hat gute Chancen, weniger Enttäuschungen zu erleben.

Wir erwarten oft sehr viel von uns und übertragen automatisch diese Haltung auf andere. Wir sind dann enttäuscht, wenn sie unsere Erwartungen nicht erfüllen oder gar wir selbst im Verhältnis dazu scheitern. Besonders die Erwartungen an unser Umfeld und der Wunsch, man möge diesen Erwartungen doch gefälligst entsprechen, führt oft zu Konflikten. Das beginnt bereits bei den Kleinsten. Wie oft werden viel zu hohe Erwartungen an die Kinder gestellt und dabei das Wesentliche, nämlich dass sie noch Kinder sind, vergessen. Erwartungen an den Partner, die er nicht erfüllt, weil er sie vielleicht noch nicht einmal erahnt. Erwartungen an den Chef, der aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus agiert.

Wenn Du Erwartungen erfüllen willst, dann lasse es wenigstens Deine eigenen sein!

Aber auch die Erwartungen an sich selbst, erzeugen oft unerträglichen Druck. Wir sind viel zu häufig sehr streng uns selbst gegenüber. Daher möchte ich mit diesem Glücksfunken Quickie dazu anregen, für ein Tage die Erwartungen zu reduzieren. Auch für mich ist dies eine neue Herausforderung, denn beim Schreiben ist mir aufgefallen, wir viele Erwartungen ich eigentlich in mir trage.

Keine Scheu, lasst es uns ausprobieren. Machst Du mit? Erkenne erst einmal, wo und an wen Du im Laufe des Tages überall Erwartungen stellst. Schaue dann, ob diese überhaupt gerechtfertigt sind und sich erfüllen ließen. Kannst Du nun die Erwartungen loslassen? Nur zum Testen, um zu schauen, was dann passiert?

Henry David Thoreau sagte:
„Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen, wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen.“

Also faste für die nächsten Tage Erwartungen an Dich selbst und vor allem auch an andere.
Tausche die Erwartungen gegen Deine Träume.
Träume mehr, erwarte weniger.
Erlebe mehr Wunder und weniger Enttäuschungen.

Probiere es aus und schreib‘ mir doch im Kommentar, wie es Dir damit geht. Ich bin gespannt auf Deine und meine Erfahrungen.

Herzlichst
Ramona

 

In vier Tagen gibt es den nächsten Quickie für einen Bereich, in dem sich das Fasten definitiv lohnt. Freut Euch auf:

Fasten-Quieckie 1: Jammern
Fasten-Quickie 2: Kannst Du weniger lügen?
Fasten-Quickie 3: To Do Listen und Pläne
Fasten-Quickie 4: Müll
Fasten-Quickie 5: Handykonsum
Fasten-Quickie 6: Erwartungen
Fasten-Quickie 7: Konsum
Fasten-Quickie 8: Fernsehen, You-Tube und Co.
Fasten-Quickie 9: Zeitfresser
Fasten-Quickie 10: Aufschieben