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Bei den gelben Engeln fliegen lernen – Projekt „Jeden Monat etwas Neues“

Sicherheit geht immer vor, egal ob im Job, in der Freizeit oder im Straßenverkehr. Wer die Basics beherrscht, kann im Notfall richtig reagieren. Also zog ich los, um mein Projekt „Jeden Monat etwas Neues“ sinnvoll zu nutzen und mich und mein Fahrzeug besser kennenzulernen.

Volle Kontrolle beim Fahrsicherheitstraining

Meinen derzeitigen Wagen fahre ich noch nicht allzu lange. Somit wusste ich (zum Glück) auch noch nicht, wie er in schwierigen Situationen wie beispielsweise auf rutschiger Fahrbahn oder gar bei einer Vollbremsung reagiert. Wie ich selbst reagieren würde, wusste ich im Übrigen genauso wenig. Also kam nichts gelegener als das Angebot, am Fahrsicherheitstraining des ADAC teilzunehmen.

Ein Tag auf der Teststrecke stand uns bevor und Adrenalin flutete die Adern wie das Wasser die Fahrbahnen. Aufgeteilt in Teams machten wir uns langsam mit den Grundregeln des Trainings vertraut, um nach dem Check der richtigen Sitzeinstellung, den Parcours besser kennenzulernen. Kurvenparcours, nasser Kreisel und Bremsstrecke mit Hindernis warteten auf uns. Unser anvisiertes Ziel: besseres Verständnis, weniger Angst und volle Kontrolle.

Faustformel für den Bremsweg

Eindrucksvoll war vor allem der Bremswegtest. Denn dabei hieß es mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf verschiedene Straßenbeläge zu fahren, um dann mit voller Kraft in die Eisen zu steigen. Vollbremsung! Die Aufgabe war klar, die Mimik der Teilnehmer eher weniger. In den Gesichtern sah man Respekt, Nervosität, Angst oder pure Freude. Manchmal alles zugleich. Am Ende aber auf jeden Fall Erleichterung, wenn die Aufgabe gemeistert wurde. Die Aufregung lohnte sich, denn das sichere Gefühl, das sich nach der Übung einstellte, war unbezahlbar. Ohne Risiko sich selbst und den eigenen Wagen austesten zu können, hat geholfen um Souveränität hinzuzugewinnen und eigene Überschätzung zu verringern.

Nachdem wir es selbst ausprobieren durften, ging es darum, den Bremsweg des anbrausenden Fahrzeuges einzuschätzen. Wir setzen Hütchen am Wegrand eben genau dort wo der Wagen unserer Meinung nach bei einer Geschwindigkeit von 30km/h, 50 km/h und 60 km/h halten würde. Bei 30 km/h und 50 km/h lagen viele von uns noch ziemlich nah an der Realität, doch die Auswirkung von gerade mal 10 km/h auf die Verlängerung des Bremsweges hatte kaum einer von uns wirklichkeitsnah eingeschätzt. Was für ein Unterschied! Wie oft fahren wir mal ein paar Stundenkilometer schneller als erlaubt – ist ja nicht viel und wird schon nichts passieren, oder etwa doch? Ich überlege seitdem auf jeden Fall noch intensiver, wo ich wie schnell fahre und halte noch mehr Abstand, als ich es eh schon getan habe. Sicher ist sicher!

Für alle die mal ein bisschen rumrechnen wollen, anbei die Faustformel für den Bremsweg (Bremsverzögerung wie Reaktionszeit und Straßenbelag mal unberücksichtigt):

(Geschwindigkeit in km/h:10)*(Geschwindigkeit in km/h:10)= Bremsweg in m

Wenn also in einem Auto bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine normale Bremsung durchgeführt wird, wäre ein Abstand von 100m notwendig, um nicht auf den Vordermann zu knallen. Bei einer Vollbremsung (Gefahrenbremsung) halbiert sich laut Faustformel der Bremsweg auf 50m. Immer noch sehr viel – manchmal zuviel!

Wer ein bisschen rumrechnet wird bald feststellen:

Verdoppelt man die Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg!

Kaum weniger eindrucksvoll war der tote Winkel beim PKW. An den schmalen Bereich direkt neben dem Auto hatte ich noch gedacht, doch dass sich im zweiten toten Winkel das halbe Team hätte verstecken können, machte mich nachdenklich.

Probiere es selbst einmal aus und lasse dein Kind oder deinen Partner um’s stehende Auto gehen. Du wirst überrascht sein, wo du ihn alles nicht sehen kannst.

Der Tank etwas leerer, der Kopf deutlich gefüllt, schlossen wir den Tag mit theoretischem Wissen und einer Abschlussrunde ab. Die Teilnahme hat sich gelohnt, denn Sicherheit lohnt sich!

Herzlichst
Ramona

Bildquelle: ADAC