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Vier Arten des Glücks nach Schmid
Was ist Glück?

Glücklich sein ist für die meisten Menschen der Sinn des Lebens, Ziel des Strebens und Grund der Suche im Innen und Außen. Wir versuchen Glück zu finden, es zu haben oder gar zu pachten. Doch was ist Glück überhaupt? Lässt es sich definieren oder gar in verschiedene Arten aufteilen? Ja und nein.

Das Glück in seinem Leben nicht nur zu finden, sondern es im tiefsten Inneren zu spüren, gehört seit jeher zu den Lebenszielen der Menschen. Schon Aristoteles (griech. Philosoph, 384-322 v. Chr.) sagte einst:

„All unser Streben ist ausgerichtet auf ein glückliches Leben.“

Wie also definieren wir nun Glück, wenn alle danach streben?

Der Duden erläutert Glück als „etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist“ oder als „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat“, aber auch als „Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung.“

Sagt alles und für jeden persönlich doch wieder so gut wie nichts aus. Denn Fakt ist, dass Glück sich schwer definieren lässt, da unser Glücksempfinden sehr individuell ist und wir es auf unterschiedlichste Art und Weise erfahren. Glück ist also eine sehr subjektive Sache. Dennoch gibt es immer wieder den Versuch, das Glück abzugrenzen und in verschiedene Arten aufzuteilen.

Vier Arten des Glücks

Heute möchte ich die Version des Philosophen Wilhelm Schmid vorstellen. Der Bestsellerautor beschäftigt sich seit vielen Jahren als Glücksforscher mit der Materie und umschreibt in seinem Buch „Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist“ verschiedene Arten des Glücks.

Nr. 1: Das Zufallsglück

Das Zufallsglück ist das von Außen gesteuerte Glück. Meist können wir es, wie der Name schon sagt, schlecht beeinflussen und sind vom Zufall abhängig. Ob von Gott, dem Universum oder dem Schicksal gelenkt, ist dabei egal. Das Glück erwischt uns, wir haben es plötzlich und können uns von einem Moment auf den anderen glücklich schätzen. Dem Traumpartner begegnen, einem Unfall entgehen oder das Glück im Spiel gehören zur Art des Zufallsglücks.

Glücksfunken-Tipp: Wir können es zwar nicht beeinflussen und erzwingen, wir können uns aber dem Zufallsglück öffnen, danach Ausschau halten, es erkennen und würdigen. Je offener wir dem Glück begegnen, umso häufiger wird es bei uns Halt machen.

Nr. 2: Das Wohlfühlglück

Das Wohlfühlglück lässt sich wunderbar im Alltag finden und auch von uns herbeizaubern. Denn es sind die wohligen, positiven Momente, die das Glück auslösen und uns darin verharren lassen. Ein duftendes Schaumbad, der aromatische Kaffee in unserem Lieblingsbistro, ein Abend mit Freunden oder der Sex mit dem geliebten Partner. Beim Wohlfühlglück liegt die Konzentration auf dem Positiven: Vorfreude, Lust und Leidenschaft empfinden, angenehme Gefühle zulassen und Schmerz vermeiden. Diese Art betrachtet lediglich die Sonnenseite des Lebens. Und genau diese Sichtweise macht bereits deutlich, dass es sich hierbei nur um kurzfristiges Glück handeln kann. Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen, Licht und Schatten und wirft uns schnell in die Realität zurück, wenn wir ausschließlich dem Wohlfühlglück hinterher jagen.

Glücksfunken-Tipp: Überlege, was dich persönlich glücklich macht. Welche Momente des Wohlfühlglücks kannst du in deinem Alltag einbauen und genießen? Lege dir ein reiches Repertoire an, aber renne diesem Glück nicht hinterher. Genieße den Moment, ohne darauf zu bestehen, ihn für immer festzuhalten.

Nr. 3: Das Glück der Fülle

Diese Form des Glücks vereint das Positive wie das Negative, Licht und Schatten. Es ist nicht abhängig vom Schicksal oder Wohlfühlmomenten. Es umfasst viel mehr die ganzheitliche Sicht auf das eigene Leben, die Haltung, die wir grundsätzlich haben. Wer erkennt, dass das Leben aus Höhen und Tiefen besteht und gelernt hat, gestärkt aus den anstrengenden Zeiten hervorzugehen, um das anschließende Glück voll auszukosten und zu genießen, wird im Glück der Fülle aufgehen. Die Balance in allen Aspekten unseres Lebens zu finden, macht auf Dauer am ehesten von innen heraus glücklich.

Glücksfunken-Tipp: Verzweifle nicht in den negativen Situationen des Lebens, sondern sehe sie als Gegenpol, der alles in Balance hält. Vertraue auf dich und das Leben und darauf, dass die Erde sich immer weiterdreht und dich eines Tages von der dunklen Seite ins Sonnenlicht schiebt.

Nr. 4: Das Glück des Unglücklichseins

Schmid hält zusätzlich zum Zufallsglück, Wohlfühlglück und Glück der Fülle eine vierte Art für wichtig: das Glück des Unglücklichsein. Er bezieht sich dabei auf die Melancholie, die uns hin und wieder befällt, die ein Teil von uns ist und uns nachdenklich macht. Wenn wir sie zulassen, ihr ein wenig nachgeben, finden wir das Gleichgewicht und dadurch selbst im unglücklich sein ein kleines Stückchen Glück.

Glücksfunken-Tipp: Gehe in die Natur und lasse deiner Melancholie ruhig freien Lauf. Folge den Gedanken während eines Spazierganges, dem Starren auf einen See oder dem Beobachten von Natur und Tier. Nehme all die Facetten des Seins an, bevor du in deinen Alltag zurückkehrst.

Diese Arten des Glücks sind nur eine mögliche Sichtweise. Die Glücksforschung versucht seit einigen Jahren dem Geheimnis des Glücks auf die Spur zu kommen und ich werde in diesem Blog von den verschiedenen Ansätzen berichten. Als Grundlage dienen aktuelle Studien sowie verschiedene wissenschaftliche Forschungen und Publikationen zum Thema Glück. Ist unser Glück von unseren Lebensumständen abhängig oder gar von unseren Genen? Wo finden wir unser Glück und müssen wir es überhaupt suchen? Was ist die Grundlage des Glücks und zählt dies auch tatsächlich für jeden Einzelnen von uns? Diese und viele weitere Fragen werden wir in den kommenden Wochen beantwortet.

Herzlichst
Ramona